Aktuelles Stadtarchiv
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Aktuelles aus dem Stadtarchiv Worms

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Reichstag beginnt vor 500 Jahren – Stadtarchiv stellt Beitrag zum Austragungsort Worms online

Stadtansicht um 1550
Stadtansicht um 1550
© Stadtarchiv Worms Abt. Abt. 170/35 Nr. 4, Fotograf: Stadt Worms

Am 27./28. Januar 1521 begann der erste Reichstag des neuen, jungen Kaisers Karl V. aus dem Hause Habsburg. Bereits seit Herbst bereitete sich die in der Austragung derartiger Großveranstaltungen erfahrene Reichsstadt Worms auf das Ereignis vor und Ende Januar war es dann soweit. Sicher konnte kaum einer der Zeitgenossen ahnen, welche Bedeutung gerade dieser Reichstag in der weiteren deutschen und europäischen Geschichte erlangen würde.

Um zu verdeutlichen, welchen Stellenwert das Ereignis für die Stadt Worms und ihre Obrigkeit, den Rat, hatte, stellt das Stadtarchiv jetzt auf seiner Homepage einen kürzlich erschienenen, reich bebilderten Beitrag seines Leiters über die Stadt als Austragungsort des Reichstags von 1521 zur Verfügung (siehe pdf unten), der gerade im Druck in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Der Wormsgau" (Bd. 36, 2020) erschienen ist.

Auch im weiteren Jubiläumsjahr 2021 wird das Stadtarchiv immer wieder hier Dokumente und Hintergrundinformationen präsentieren – der Reichstag hat sich selbstverständlich auch in den Beständen des ‚Gedächtnisses der Stadt‘ niedergeschlagen. Veranstaltungen dazu wird es (sobald wieder möglich) ebenfalls geben.

* Ein reich bebilderter Beitrag von Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Stadtarchivs Wormser, schienen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Der Wormsgau" (Bd. 36, 2020).

Bis auf Weiteres geschlossen!

Das Stadtarchiv mit der Fotoabteilung, das Jüdische Museum und die Synagoge müssen bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

Das Team des Raschi-Hauses wünscht ein gutes Neues Jahr 2021.

Für Anfragen stehen wir per Mail bereit unter stdtrchvwrmsd.

Rückblick

Daten des Stadtarchivs online - Angebot deutlich verbessert

Das Stadtarchiv Worms bietet allen an seinen Beständen und ihrer Benutzung Interessierten ab jetzt einen deutlich erweiterten online-Service. Schon seit 2014 ist das Archiv mit Datensätzen zu seinen Unterlagen in der ‚Deutschen Digitalen Bibliothek‘ vertreten.

Die DDB eröffnet freien Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands, also zu Millionen von Büchern, Büchern, Archivalien, Bildern, Skulpturen, Musikstücken und anderen Tondokumenten, Filmen und Noten. Als zentrales nationales Portal vernetzt die DDB die digitalen Angebote aller deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen miteinander. Innerhalb der DDB bietet das Archivportal D einen spartenspezifischen Zugang zu Archivdaten, also Informationen über Archiveinrichtungen aus ganz Deutschland. Bereitgestellt werden archivische Erschließungsdaten und (künftig auch für Worms geplant) digitales Archivgut.

Nach einem deutlichen Ausbau des Angebots stehen jetzt mehr als 145.000 Datensätze zur Recherche zur Verfügung; es handelt sich um die Beschreibung der frei zugänglichen Inhalte von Urkunden, Akten, Nachlässen und Sammlungen sowie Daten zu knapp 40.000 Fotografien der Fotoabteilung. Damit liegt das Stadtarchiv im Hinblick auf sein Angebot an Informationen über die nutzbaren Archivalien bundesweit in der Spitzengruppe der Kommunalarchive.

Zur Startseite Worms in der DDB:

oder über die Homepage des Archivs unter:

Fotoabteilung des Stadtarchivs präsentiert Faltblatt zu Aufgaben und Beständen

Titelseite "Fotografien im Stadtarchiv Worms"
Titelseite "Fotografien im Stadtarchiv Worms"

Das Stadtarchiv Worms verwahrt in den insgesamt 20 Beständen der Fotoabteilung mehr als 500.000 Negative aus allen Epochen der analogen Fotografie, darunter viele geschlossene Fotografennachlässe seit dem späten 19. Jahrhundert.
Für ein kommunales Archiv dieser Größe sind die fotografischen Bestände in Worms auch im überregionalen Vergleich außergewöhnlich vielfältig und qualitätvoll.

Die Fotografien dokumentieren in beeindruckender Breite das Leben in der Stadt und dem Umland und sind als Quellen zur Geschichte gerade in der heutigen, bilderversessenen Zeit unverzichtbar. Zugleich sind sie wichtige Quellen für sehr unterschiedliche Nutzergruppen, die Nachfrage nach Fotografien wächst stetig.

Um allen Interessierten, der lokalen Nutzerschaft wie auch der an der Geschichte und dem Umgang mit Fotografie interessierten überörtlichen Fachöffentlichkeit, einen detaillierten Einblick in die Vielfalt, die Aufgaben und die Nutzungsmöglichkeiten der im Wormser Stadtarchiv verwahrten Fotobestände zu geben, hat das Archiv jetzt ein 14-seitiges Faltblatt mit ca. 40 Abbildungen aus den Beständen erarbeitet.

Es liegt an verschiedenen Stellen (Archiv, Stadtbibliothek, Rathauspforte u.a.) aus, kann von der Webseite des Archivs heruntergeladen werden

Jahresbericht für Stadtarchiv, Jüdisches Museum und Denkmalschutzbehörde 

Schmuckblatt von Fritz Muth: Weihnachtsgruß der Arbeiterschaft der Lederwerke Cornelius Heyl für die Familie von Heyl, 1889 (Museum Kunsthaus Heylshof, Dauerleihgabe StadtAWo Abt. 170/26 Nr. 146)
Schmuckblatt von Fritz Muth: Weihnachtsgruß der Arbeiterschaft der Lederwerke Cornelius Heyl für die Familie von Heyl, 1889 (Museum Kunsthaus Heylshof, Dauerleihgabe StadtAWo Abt. 170/26 Nr. 146)

Wie zu Beginn jeden Jahres, so kann das Institut für Stadtgeschichte im Raschi-Haus (Stadtarchiv mit Fotoabteilung, Jüdisches Museum/Synagoge, Untere Denkmalschutzbehörde) auch für das abgelaufene Jahr 2019 seinen Jahresbericht vorlegen. Auf mehr als 30 Seiten werden die vielfältigen Aktivitäten, Zahlen und Fakten zur Arbeit der Einrichtungen im Dienst von Bürgerschaft, Kultur und Verwaltung der Stadt detailliert dokumentiert.

Beschrieben werden Neuerwerbungen, Fortschritte bei der Erschließung der Bestände, aktuelle und laufende Projekte und die intensive Öffentlichkeitsarbeit. Dazu kommen die wissenschaftlichem Aktivitäten, Kooperationen und Kontaktfelder sowie die Daueraufgabe der Digitalisierung. Der Text mit einer Fülle von Informationen findet sich auf der Homepage des Stadtarchivs und belegt, wie reichhaltig und vielfältig die geleistete Arbeit auch im Jahre 2019 wieder war.

Digitalisierung des Fotonachlasses Füller abgeschlossen

Neg. 0067/6: Umzug aus Anlass des Mittelrheinischen Turnfestes, Blick Hardtgasse Richtung KW, links Obermarkt, 1902, Stadtarchiv Worms, Fotoabteilung (August Füller)
Neg. 0067/6: Umzug aus Anlass des Mittelrheinischen Turnfestes, Blick Hardtgasse Richtung KW, links Obermarkt, 1902, Stadtarchiv Worms, Fotoabteilung (August Füller)
Neg. 06159: Lederwerke Doerr & Reinhart: Frauen beim Bearbeiten von Lackleder, 1924, Stadtarchiv Worms, Fotoabteilung (August Füller)
Neg. 06159: Lederwerke Doerr & Reinhart: Frauen beim Bearbeiten von Lackleder, 1924, Stadtarchiv Worms, Fotoabteilung (August Füller)

Das Wormser Stadtarchiv verwahrt in seinen Beständen eine Reihe qualitätvoller und zahlenmäßig bedeutender fotografische Nachlässe. Der umfangreichste dieser einzigartigen Quellenzeugnisse ist mit fast 11.000 Stücken der Bestand des Fotografen August Füller.

Füller (1870-1942), in Mainz geboren, kam 1898 aus Berlin nach Worms, heiratete hier und machte sich ab 1902 mit Erfolg selbstständig; schon 1903 durfte er sich ‚Hofphotograph‘ nennen. Sein Geschäft in der Hardtgasse, seit den 20er Jahren kombiniert mit einem Kunst-und Industrieverlag und dem Einstieg in das Filmgeschäft, war die erste Adresse für Fotografie in Worms bis in die 1930er Jahre. Augusts Sohn Curt (1901-1976), ausgebildet im väterlichen Geschäft, verkaufte 1941 den gesamten Fotobestand an die Stadt und blieb als ‚Stadtfotograf‘ fotografisch aktiv. Dadurch wurde die Negativsammlung zum Grundstock für das bis heute bestehende und immer weiter gewachsene Fotoarchiv (seit 1982 im Raschi-Haus/Stadtarchiv).

Der jetzt vollständig durch eine Fachfirma digitalisierte, vor allem Glasnegative umfassende Bestand war bereits seit 2013 gründlich erfasst, fachgerecht verpackt und die Informationen zu den Fotos in der Archivdatenbank eingebunden worden, so dass die Fotografien recherchier- bzw. nutzbar sind. Füllers Nachlass umfasst vor allem Aufnahmen aus der Zeit von ca. 1902 bis 1936 und deckt viele Sparten ab, von Architektur- und Industrie- bis zur Portraitfotografie. Viele von Füllers Fotografien wurden und werden immer wieder für Bildbände und andere Veröffentlichungen genutzt und gehören gleichsam zum visuellen Gedächtnis der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Das wichtige Digitalisierungsprojekt wurde dankenswerterweise durch finanzielle Zuwendungen der Sparkasse Worms-Alzey-Ried und des Altertumsvereins Worms ermöglicht, die damit wiederum ihre Verbundenheit mit den Zeugnissen der Wormser Geschichte und Kultur unterstrichen haben.

Weiteres Ölgemälde von Herta Mansbacher 

GemMansbacher_2_Inv296_2019, Stadtarchiv Worms
GemMansbacher_2_Inv296_2019, Stadtarchiv Worms

Herta Mansbacher (1885-1942), die aus Darmstadt stammende bekannte Wormser jüdische Lehrerin, die die NS-Gewaltherrschaft nicht überlebte, war neben ihrer Arbeit als engagierte Pädagogin und Chronistin der ab 1933 erzwungenen Abwanderung der Wormser jüdischen Bürgerinnen und Bürger auch eine künstlerisch äußerst begabte Frau. Davon zeugen drei im Jüdischen Museum im Raschi-Haus in Worms befindliche Ölgemälde aus den Jahren 1910 bis 1920. Es gelang jetzt, ein weiteres, sehr gut erhaltenes, aufwendig gerahmtes Stück aus dem Jahre 1908 für das Haus zu erwerben; es zeigt eine Ansicht von Kreuzwertheim am Main (von Wertheim aus gesehen).

Seit 1907 unterrichtete Frau Mansbacher an der Westendschule, bevor sie durch das NS-Regime 1933 entlassen und für die neue jüdische Bezirksschule tätig wurde.

Das Gemälde wird ab Mitte März im Jüdischen Museum gemeinsam mit dem letzten Erwerb eines Gemäldes (2017) gezeigt. Näheres über das künstlerische Wirken von Herta Mansbacher ist bislang nicht bekannt, es besteht aber immer die Hoffnung, dass noch weitere Werke aus Privatbesitz und neue biographische Daten und Fakten bekannt werden.

Wormsgau-Aufsätze der Jahre 1926 bis 1996 online recherchierbar

Der Wormsgau Band 1-16
Der Wormsgau Band 1-16

Seit 1926 bringen der Altertumsverein und die Stadt Worms gemeinsam die wissenschaftliche Zeitschrift "Der Wormsgau" heraus. Das Stadtarchiv hat jetzt alle bis zum Band 16, 1995 erschienenen mehr als 460 Aufsätze als pdf-Dateien zum Herunterladen und Durchsuchen online gestellt. Mit diesem über die Homepage des Stadtarchivs (Punkt Veröffentlichungen) auffind- und nutzbaren Aufsatzarchiv wird die Arbeit zu Wormser Themen ganz erheblich erleichtert.

Die Daten sind finden hier und zugleich unter der Adresse

Von der Oberrealschule zum Gauß-Gymnasium

Oberrealschule, Goethestr. (heute Karmeliter-Realschule), erbaut 1880, Foto 1927 (Stadtarchiv Worms, Fotoabt. Neg.-Nr. 07701_3)
Oberrealschule, Goethestr. (heute Karmeliter-Realschule), erbaut 1880, Foto 1927 (Stadtarchiv Worms, Fotoabt. Neg.-Nr. 07701_3)

137 Archivkartons – 17 laufende Meter Unterlagen – 683 Einheiten: Das ist das zahlenmäßige Ergebnis der Erschließung des reichhaltigen und weit über die engere Bildungs- und Schulgeschichte hinaus wertvollen Archivmaterials des heutigen Wormser Gauß-Gymnasiums. Das Stadtarchiv hatte im Herbst 2017 nach entsprechender Vereinbarung mit dem Schulleiter Gerrit Mennecke, selbst Geschichtslehrer, das praktisch vollständig erhaltene Schularchiv von den Anfängen im späten 19. Jahrhundert, seinerzeit Oberrealschule, bis in die 1950er Jahre abgeholt, intensiv in der Archivdatenbank verzeichnet, neu verpackt und damit seit kurzem für Recherchen aller Art zugänglich gemacht.

Die Unterlagen sind im Stadtarchiv hinterlegt und jetzt bequem nutzbar - das ist angesichts der Bedeutung der vielfältig auswertbaren Unterlagen zwischen Kaiserreich und früher Bundesrepublik eine große Hilfe für die Forschung und interessierte Nutzer.

Ein entsprechender Vertragsabschluss und die Übergabe eines Findbuches fanden kürzlich statt und unterstreichen den Stellenwert der Dokumente für die Stadtgeschichte insgesamt.

Fortschritte bei der Digitalisierung durch Kooperation

Verwaltungsrechenschaftsberichte der Jahre 1913 und 1927

Verwaltungsrechenschaftsbericht der Stadt Worms 1911 (MD29)
Verwaltungsrechenschaftsbericht der Stadt Worms 1911 (MD29)

Die seit einigen Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit des Stadtarchivs im Rahmen des vom Landesbibliothekszentrum betreuten Projekts "Dilibri" mit dem Ziel einer Bereitstellung landesgeschichtlich relevanter Druckschriften und Bücher im Internet konnte jetzt fortgesetzt werden. Nachdem bereits die städtischen Verwaltungsrechenschaftsberichte der Jahre 1885 bis 1898 digitalisiert und ins Netz gestellt wurden, konnten jetzt in der Landesbibliothek Speyer zwei besonders aussagekräftige und umfangreiche Jahrgänge der Zeit danach bearbeitet werden.

Mit dem fast 500 Seiten starken Band des Jahres 1913 (dem letzten vor Kriegsausbruch) und dem des Jahres 1927 (der letzte gedruckte Bericht vor 1945, Umfang ca. 370 Seiten) stehen jetzt zwei außergewöhnlich reichhaltige Bände zur Nutzung durchsuchbar zur Verfügung. Die beiden sehr seltenen Druckwerke geben äußerst ausführlich Einblick in die differenzierte und leistungsfähige kommunale Verwaltung in all ihren Zweigen kurz vor und nach dem "Großen Krieg".

Die durch zahlreiche Grafiken, Tabellen und Statistiken angereicherten Berichte bieten schon aufgrund des reichhaltigen statistischen Materials bislang ungenutzte Chancen zur Erforschung aller Zweige der kommunalen Daseinsvorsorge von den Schulen bis zum Schlachthof, vom Armenwesen bis zu den städtischen Finanzen.

Stadtarchiv lässt Urkundenbuch der Reichsstadt Pfeddersheim digitalisieren

Daniel Bonin, Urkundenbuch der Stadt Pfeddersheim, 1911
Daniel Bonin, Urkundenbuch der Stadt Pfeddersheim, 1911

Schmuckausgabe des Urkundenbuches mit Goldprägung, Exemplar für die Stifterfamilie von Heyl, Stadtarchiv Worms

Das Stadtarchiv Worms ist seit einigen Jahren um die gezielte Digitalisierung von Quellen und Publikationen zur Stadtgeschichte bemüht. Nachdem die gedruckten Wormser Urkundenbücher von Heinrich Boos aus dem späten 19. Jahrhundert bereits seit einiger Zeit digitalisiert vorliegen, wurde jetzt das 1911 erschienene Urkundenbuch von Pfeddersheim in Angriff genommen, zumal das Werk nur in wenigen Bibliotheken nachgewiesen ist.

Für die Beschäftigung mit der Geschichte der ehemaligen Reichsstadt ist die fast 400 Seiten umfassende Publikation von Urkunden und Quellen des 14. bis 18. Jahrhunderts grundlegend. Ermöglicht wurde die Herausgabe der Publikation seinerzeit durch den finanziellen Einsatz der historisch stark interessierten Familie von Heyl; als Bearbeiter konnte der auch im Altertumsverein Worms sehr aktive, wissenschaftlich arbeitende Gymnasiallehrer Daniel Bonin (1861-1933) gewonnen werden. Die Erforschung der Geschichte Pfeddersheims, dessen Archivalien im Wormser Archiv ohnehin sehr reichhaltig überliefert sind, wird durch die Digitalisierung des Werkes deutlich erleichtert.

Das Urkundenbuch ist im rheinland-pfälzischen Digitalisierungsportal dilibri online einsehbar.

Literaturtipp: Gerold Bönnen, Die Familie Heyl und ihr Wirken (ca. 1850 bis 1980), in: Gerold Bönnen/Ferdinand Werner, Die Wormser Industriellenfamilie von Heyl. Öffentliches und privates Wirken zwischen Bürgertum und Adel, Worms 2010, S. 35-186, hier S. 132-145

"Eine furchtbar ernste Zeit..."

Worms, die Region und der "Große Krieg" 1914 bis 1918

CH2082
CH2082
Sammelband Erster Weltkrieg
Sammelband Erster Weltkrieg

Der vor einhundert Jahren entfesselte Erste Weltkrieg, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, wälzte alle Lebensbereiche der Zeitgenossen in unfassbarem Ausmaß um. Die Folgen waren auch in Worms gravierend: Tod und Hunger, Mangel und Elend, Ernüchterung und Traumatisierung sind nur einige Stichworte im Rückblick auf die Jahre einer tiefgreifenden Epochenwende 1914 bis 1918.

Die Wormser kulturellen Institutionen erinnern - koordiniert durch das Stadtarchiv - in einer Reihe von Veranstaltungen an die Ereignisse und laden zum Nachdenken darüber ein, welche Folgen dieser Krieg bis in unsere Zeit hat.

Gern nimmt das Archiv dazu auch persönliche Dokumente aus privatem Besitz, etwa Feldpostbriefe oder andere Unterlagen der Jahre 1914 bis 1918, in die Ausstellung und seine Sammlungen auf. Selbstverständlich können die Originale auf Wunsch nach ihrer Digitalisierung wieder an die Eigentümer zurückgegeben werden (Anfragen bitte an: stadtarchiv@worms.de – Telefon 06241-853/4700 oder 4701).

Der reich bebilderte Sammelband, der die Ausstellung des Stadtarchivs begleitet, ist im Buchhandel für 35 Euro erhältlich.

Weitere Organisationen und Vereine, die Veranstaltungen und Aktivitäten planen werden gebeten, sich mit dem Archiv zwecks Absprache und Koordination in Verbindung zu setzen.

Mehr Informationen zu Worms im Ersten Weltkrieg und den Veranstaltungen rund um das Thema finden Sie hier.

Hilfestellung und Informationsangebote für Vereine

Gesuch zur Genehmigung einer Gründungsversammlung (Quelle: Stadtarchiv Worms)
Gesuch zur Genehmigung einer Gründungsversammlung (Quelle: Stadtarchiv Worms)
Einladung zur Gründungsversammlung des Verkehrsvereins aus dem Jahr 1947 (Quelle: Stadtarchiv Worms)
Einladung zur Gründungsversammlung des Verkehrsvereins aus dem Jahr 1947 (Quelle: Stadtarchiv Worms)

Wie alt ist mein Verein? Wir bereiten eine Chronik vor, haben aber keine Bilder, keine Informationen, kein Material! Unser Gründungsdatum ist unsicher, Unterlagen fehlen....

Das Stadtarchiv verwahrt in seinen Beständen umfangreiche Informationen über das reiche und vielfältige Vereinsleben der Stadt Worms seit dem 19. Jahrhundert bis heute. Jeder Verein, der ein Jubiläum vorbereitet, eine Chronik oder Festschrift schreiben will oder der mehr über sich und seine früheren Aktiven wissen will, ist gut beraten, sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchivs und seiner reich bestückten Fotoabteilung zu wenden.

Als "Gedächtnis der Stadt" verwahrt das Archiv insbesondere zahlreiche Unterlagen über die Wieder- und Neugründungen von Vereinen nach dem 2. Weltkrieg. Gerade in den Jahren 1947 bis 1950 wurden zahlreiche Wormser Vereine neu oder wieder gegründet und mussten ihre Bildung bei der Stadt und der französischen Militärbehörde genehmigen lassen. Das Archiv verwahrt diese für die Vereine und Organisationen aufschlussreichen Informationen und stellt diese ebenso zur Verfügung wie Zeitungsberichte, evtl. Fotos, Plakate und Daten zu den Akteuren und weitere Informationen, darunter alte Festschriften und Chroniken.

Als Beispiel sei das im Frühjahr 1947 wiedergegründete Kiefer-Koch-Quartett Neuhausen genannt, das dem Kulturamt der Stadt seine beigefügten Satzungen vorgelegt hat (Abb.). Im selben Jahr fand die Wiedergründungsversammlung des Verkehrsvereins statt, von der sich auch ein Plakat in der entsprechenden Sammlung des Archivs erhalten hat.

Das Stadtarchiv hat in der letzten Zeit zahlreiche Vereinsunterlagen übernommen und verzeichnet und kann diese damit für die Benutzung zur Verfügung stellen. Ein Besuch lohnt sich!

Haben Sie Fragen?

Kontakt

Stadtarchiv mit Fotoabteilung

Tipp:

Aktuelle Termine finden Sie auch im Veranstaltungskalender auf www.worms-erleben.de:

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